Wege in und aus Krisen - persönlich und gesellschaftlich

Mit Ruth C. Cohn als Weggefährtin


P - Persönlichkeitsseminar A3 - Aufbauseminar Pfons/Matrei am Brenner

Ruth C. Cohn, die "Therapeutin gegen totalitäres Denken" (Scharer 2020), war krisenerprobt. Mithilfe themenzentrierter, transkultureller Biografiearbeit und unter dem Fokus der politischen Dimension der TZI suchen wir nach Wegen in und aus Krisen.

Sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Krisen gehören zum Alltag von Menschen in einer "Krisengesellschaft" wie der unseren. Das ist nicht erst seit der Corona Pandemie so, die Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer Herkunft und an unterschiedlichen Orten der Welt auf verschiedene Weise belastet hat. Biografische Erfahrungen, die uns seit der Kindheit oder aus bestimmten Lebenszusammenhängen begleiten, können für Einzelne von uns ebenso krisenhaft sein, wie politisch-gesellschaftliche Zusammenhänge, in denen wir uns gegenwärtig lokal, weltweit und planetar bewegen. 
Jeder Mensch entwickelt im Laufe ihres/seines Lebens bestimmte Bewältigungsmuster, wie sie/er mit persönlichen und gesellschaftlichen Krisen umgeht. Solcher Muster können wir uns bewusstwerden. Sie können verändert und erweitert werden.
Die Menschen- und Weltsicht der deutsch-jüdischen Migrantin Ruth C. Cohn, die in ihrem langen Leben (1912–2010) durch viele persönliche und gesellschaftliche Krisen hindurchgegangen ist, stellt überraschende Perspektiven für Wege in und aus Krisen zur Verfügung. Das wird nicht zuletzt in ihrem umfangreichen Nachlass sichtbar, mit dem sich der Kursleiter in den letzten Jahren intensiv beschäftigt hat. Hierin zeigen sich Aspekte der Themenenzentrierten Interaktion, die bisher unbekannt waren oder auf die in der neoliberalen, marktorientierten Angebots- und Nachfragegesellschaft bewusst oder unbewusst vergessen wurde.

"Vielheit couragiert [zu] leben" (Scharer 2021) ist eine der Möglichkeiten, wiederkehrenden nationalistischen, totalitären und fundamentalistischen Versuchungen, auf die sich Menschen gerade in Krisen nicht selten zurückziehen, zu begegnen. Solche Tendenzen zu entmächtigen und Schritt für Schritt ein planetares Bewusstsein zu entwickeln, sind aktuelle gesellschaftliche Perspektiven der TZI. Sie können uns angesichts des voranschreitenden Klimawandels, eines weltweit ungerechten Zugangs zu den elementaren Gütern des Lebens für alle Menschen, der vielfachen Verletzung der Menschenrechte und Menschenpflichten usw. leiten. Auf diesem Weg ist uns Ruth C. Cohn als "planetary citizen", als die sie sich verstand, vorangegangen.
Das Seminar mit 18 Einheiten (a 90 Minuten) ist auf zwei Wochenenden aufgeteilt:
11.–13.2. 2022 und 25.–27.3.2022; die Seminare beginnen jeweils Freitag, 17:00 Uhr und enden Sonntag, 13:00 Uhr.

Wir beginnen mit der themenzentrierten, transkulturellen Biografiearbeit, in der Dr. Annemarie Schweighofer-Brauer Expertin ist. Der zweite Teil des Seminars ist stärker von der politischen Krisenarbeit und der Vertiefung von Ruth C. Cohns Welt- und Menschensicht bestimmt. 

Für Teilnehmer/innen in der TZI-Grundausbildung oder für TZI Anfänger/innen wird das Seminar als Persönlichkeitsseminar anerkannt. (Ab einer Teilnehmer/innenzahl von 12 stellen wir für Migrant/innen und/oder "Junge Erwachsene" Halbpreistickets zur Verfügung.) Für Teilnehmer/Innen mit TZI-Grundausbildung wird der Kurs als Aufbauseminar (A3) angerechnet.

Das Seminar findet in einer wunderschönen Umgebung, in einem völlig neu und ökologisch renovierten Bildungshaus, inmitten einer Berglandschaft statt, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Innsbruck sehr gut erreichbar ist. Da das Bildungshaus auf rund 1150 m Seehöhe liegt, ist entsprechende Kleidung und vor allem Schuhwerk zu empfehlen.